Kurztrips

Veröffentlicht auf von Susa

Nun gut, weiter geht's im Aufarbeiten der vergangenen Tage und Wochen. Nachdem ich das wundervolle Wochenende am südlichen Ende Europas verbacht habe, ging es erst einmal für einen Überraschungs-Wochenend-Trip ins eiskalte Deutschland. Seitdem habe ich mich hauptsächlich einigen Kurztrips gewidmet, über die ich doch einmal berichten muss, bevor an diesem Wochenende die nächste Reisesaision eingeläutet wird und es nach Madrid, Marokko, Granada und in die Sierra Nevada begebe.

 

30. Oktober - Córdoba

Zunächst braucht es an dieser Stelle eine kleine Einführung in Sachen Klima. Das Klimadiagramm im Marco Polo-Reiseführer für Sevilla nennt eine Anzahl von fünf Regentagen für den Monat Oktober. Daraus kann man ganz gut auch auf den Rest von Andalusien schließen. Vier der Regentage hatten wir bis zum 29. bereits hinter uns gebracht. Wir  hätten es eigentlich wissen müssen... 

Zwar prognostizierte wetter.com am Freitag – als wir die Fahrkarten kauften – lediglich Schauer für Samstag Abend und einen ansonsten trockenen Tag, Samstag Morgen sahen aber sowohl Vorhersage als auch Realität ganz anders aus. Von dem Moment an, in dem wir in Córdoba aus dem Bus stiegen, bis zu dem Moment, in dem wir wieder in den Bus nach Sevilla stiegen, regnete es ununterbrochen. Also: Schirme auf und los.

Ich muss gestehen, wir haben die Stadttour ein wenig gekürzt. Meine Schuhe haben nach etwa 1 1/2 Stunden aufgegeben, DSC01691Nina hatte nur Ballerinas an und somit praktisch sofort nasse Füße. Das wichtigste haben wir aber trotzdem gesehen. DSC01681Córdoba ist, wie so ziemlich jede Stadt die ich in Andalusien gesehen habe, sehr schön. Ich spare mir die Beschreibung der Gässchen; ich habe das Gefühl mich zu wiederholen. ;-) (Wer nicht weiß, wovon ich rede, schaue in die Einträge über Sevilla oder Cádiz.) Allerdings es ist nicht ganz so bunt wie in Sevilla, sondern eher weiß und sandsteinfarben – was auch seinen Charme hat. Fotos habe ich nur ein paar gemacht - unter dem Schirm hervor war das teils etwas schwierig. Aber lustig war es doch...

 

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Das Highlight von Córdoba hat aber zum Glück ein Dach: die Mezquita. Eine wirklich beeindruckende ehemalige Moschee, deren gesamter Betsaal von Torbögen durchzogen ist (ich weiß wirklich nicht, wie ich es anders beschreiben soll). DSC01634HinzuDSC01659 kommen tolle Details und Verzierungen im maurischen Stil – wirklich, wirklich schön.

Aber wie bekannt, kamen irgendwann die Christen, die beschlossen, die Moschee zur christlichen Kirche zu weihen. Damit das – wirklich sehr unchristliche – Gebäude ein wenig katholischer wirken konnte, wurde mitten in der Moschee eine Kirche gebaut und an den Seiten die typischen Kapellen eingesetzt – absurd.

Angesichts der nassen Füße haben wir die Stadtbesichtigung dann kurzerhand in einen Shopping-Trip umgewandelt.

 

1. November - Itálica

Am Montag - Allerheiligen und frei - war es dann wieder sehr sonnig, sodass wir uns auf die Spuren der alten Römer begeben haben und (im mittlerweile bestimmt vierten Anlauf für diese Tour) in die nur teilweise ausgegrabene, römische Stadt Itálica gefahren sind. Ich glaube, ich muss darüber nicht zu viele Worte verlieren - es waren eben Ruinen. Aber interessant finde ich es doch hin und wieder mal. Highlights: die alten Mosaikböden in den Häusern waren noch unglaublich gut erhalten (hat jemand Lust mir mal so einen Fußboden zu legen?); auf der ein oder anderen Straße konnte man sich tatsächlich vorstellen, hier wären mal die alten Römer entlang gegangen; den Ofen des einen Hauses haben wir glatt mit dem Badezimmer verwechselt; die Fußbodenheizung haben wir dafür fast sofort erkannt und wären wir ein bisschen kreativer, hätten wir uns noch schnell ein Theaterstück für den Besuch im alten Amphitheater überlegt...

 

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7. November - El Rocío

Als wir uns auf unseren nächsten Trip begaben, hatten wir eigentlich keine Ahnung, wo es hingehen sollte, nur eins stand fest: es sollte noch einmal an den Strand. Auf dem Weg dahin sind wir allerdings in einem ziemlich absurden Ort gelandet: DSC01711DSC01704El Rocío. In El Rocío gibt es nicht eine gepflasterte Straße, nur Sand. Die Häuser haben diese Vordächer, die dem ein oder anderen möglicherweise aus Westernfilmen bekannt sein könnten. Außerdem gibt es vor jedem Haus diese Balken, an denen man Pferde anbinden kann - das Pferd ist in Rocío noch immer ein anerkanntes Verkehrsmittel. Zwar stehen auch überall Autos herum, ein Großteil davon gehört aber sicherlich den Touristen und Pilgern (auch Rocio 0468wenn die eigentlich nicht unbedingt mit dem Auto kommen sollten). An Pfingsten Rocio 0465sollen dort bis zu eine Millionen Menschen hinpilgern, um die heilige Jungfrau von El Rocío zu verehren. Jedenfalls wirkt das ganze wie eine ehemalige Westernkulisse oder so - herrlich!.

Wir haben es an diesem Tag auch noch an den Strand geschafft, allerdings ist es mittlerweile einfach zu kalt für das Meer. Aber im Pulli am Strand zu liegen, das Meer zu hören und sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen hat doch auch was.... 

 

13. November - Jerez de la Frontera

Eigentlich sollte es an diesem Tag nach Ronda gehen, aber wir haben anscheinend noch immer nicht aus unseren Fehlern gelernt und hatten (zum ersten Mal seit dem ersten Versuch, nach Cadiz zu kommen) keine Buskarten, als wir am Bahnhof ankamen. Und natürlich war der Bus nach Ronda schon voll. Also ging es stattdessen nach Jerez de la Frontera - die Stadt des Sherrys. Zugegeben, die Stadt selber hat nicht allzu viel Neues zu bieten, wenn man schon ein paar andere Städte in Andalusien gesehen hat - es gibt ein Schloss und auch eine hübsche Kathedrale - aber Jerez ist eben nicht umsonst die Stadt des Sherrys (spanisch: Jerez). Was liegt da näher, als sich eine Bodega anzuschauen? - wir waren bei Tío Pepe. DSC01840Die gesamte Anlage war so riesig, dass sie uns mit einer kleinen, roten Bimmelbahn hin und her gefahren haben - DSC01845zwischen Weinreben von Weinkeller zu Weinkeller? Das ganze ist allerdings nicht annähernd mit Deutschen Weinkellereien zu vergleichen. Es sind nicht einmal Keller, sondern ebenerdige, riesige Hallen, in denen sich die Fässer stapeln und lustige Geschichten auf uns warteten. Seit ein tierlieber Kellermeister nämlich den Mäusen immer ein bisschen Sherry hingestellt hat, muss auch heute noch jeden Tag dieses Sherryglas aufgefüllt werden. Und an dem Glas lehnt eine kleine Leiter. Während die 60-jährigen typisch Deutschen unsere Führerin noch skeptisch anschauten und ihr vermitteln wollten, dass sie solche Gags für Touristen nicht ernst nehmen würden, kam auch schon die Maus unter den Fässern her gelaufen. DSC01824In einer anderen DSC01837Bodega standen 13 riesige, verzierte Fässer. Das größte davon heißt Jesus, die anderen 12 stehen für die Apostel, allerdings mit Mathias und nicht mit Judas. Der Verräter stand in einer anderen Halle und wird auch nicht genutzt, um Brandy zu machen (wie es bei den anderen Fässern der Fall es)...sie benutzen das Fass für Essig. Die Spanier sind eben sehr katholisch. So, und bevor ich nun alle mit viel zu vielen Informationen nerve nur noch drei Fotos.

 

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Die alten Destillen für Brandy.    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Steven Spielberg und Orson Welles waren auch schon da.

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