Und dann immer der bunten Linie nach...
Vor knapp zwei Wochen kam die Idee auf, man könnte doch am Wochenende mal nach Cádiz fahren - eine Stadt, etwa zwei Autostunden von Sevilla entfernt, direkt am Meer. Also haben wir vorletzten Samstag unsere Wecker brav auf "viel zu früh" gestellt, um am Busbahnhof gesagt zu bekommen, dass der Bus nach Cádiz leider schon voll ist. Haben wir also wieder etwas dazugelernt: kümmere dich frühzeitig um deine Fahrkarte, Busplätze sind begrenzt, in Bussen kann man nicht einfach stehen, wenn alle Plätze besetzt sind. Da wir aber nicht wieder nach Hause fahren wollten, ohne das Meer gesehen zu haben, haben wir ein paar Spanier gefragt, welcher denn der nächstgelegene Strand ist. Ein netter alter Mann hat uns dann nach Matalascañas geschickt, wo wir einen sehr entspannten Tag verbracht haben.
Cádiz stand damit allerdings immer noch auf unserer Liste. Und so haben wir ganz vorbildlich schon am Freitag Fahrkarten gekauft, um am Samstag pünktlich um 9 im Bus nach Cádiz zu sitzen. Es wäre allerdings zu schön gewesen, wenn tatsächlich einmal alles glatt gelaufen wäre. Als wir in Cádiz ankamen und unsere Plätze für die Rückfahrt reservieren wollten, fiel in der Stadt erst einmal der Strom aus. Also durften wir eine halbe Stunde warten, bis die Ampeln, Lichter und auch die Computer der Busgesellschaft wieder angingen, um unsere Tickets für die Rückfahrt zu kommen. Es wollte ja keiner die Nacht am Busbahnhof verbringen.
Dann konnten wir uns aber endlich auf den Weg machen, die Stadt zu erkunden. In der Touristeninformation ergatterten wir ein paar Stadtplaene, in denen sogar Touren eingezeichnet waren, die einen so ziemlich an allen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei führen sollten. Als wir am Startpunkt ankamen, war ich mir relativ sicher, wir würden uns nicht nur einmal in den Gassen der Altstadt verirren. Allerdings hatte man vorgesort.
Cádiz hat sich doch tatächlich die Mühe gemacht, alle Touren sehr deutlich auf dem Fußboden zu markieren, damit sich auch ja kein dummer Tourist verirrt. Das einzige, was wir tun mussten, war also, den bunten Linien hinterher zu laufen (dabei muss man nur aufpassen, dass man entweder nicht zu sehr auf die Linie guckt und die Häuser drumherum vergisst oder dass man nicht zu sehr auf die Häuser guckt und dabei die Linie aus den Augen verliert).
Cádiz ist zwar nicht ganz so schön wie Sevilla (ich glaube, das muss man sagen, wenn man in Sevilla wohnt) aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel, weshalb man immer wieder am Meer auskommt. Nach Cádiz fahren ist auch ein wenig mit der Zugfahrt nach Sylt zu vergleichen, denn irgendwann fährt man über eine Straße und rechts und links von dir ist nichts als Wasser. Natürlich haben wir auch dem Stadtstrand ein paar Stunden unseres Nachmittags gewidmet - man muss das Wetter schließlich ausnutzen, solange es noch geht. Das Meer wird auch nicht wärmer, wenn es auf November zugeht.
Am Meer entlang führt eine sehr schöne Promenade (immer der orangen Linie nach), es gibt sehr viele alte Festungen (Stichwort Orange), auch hier hat man in der Altstadt diese kleinen Gässchen (die violette Linie nicht aus den Augen verlieren), ein paar Überreste aus dem Mittelalter und sogar ein römisches Theater (grün), von dem man allerdings noch weniger sehen konnte, als vom Mainzer Exemplar. Bevor der Blogeintrag aber zu lang wird, hör ich jetzt einfach mal auf und widme mich meiner Siesta, nachdem ich 2 1/2 Stunden an der Uni rumsaß, um auf meine Kurse zu warten und keiner der Professoren Lust hatte, aufzutauchen. Mehr Bilder gibt es wie immer im Album
(heißt so viel wie, dass Lastwagen hier wegen der Balkone besser nicht entlang fahren sollten)